Mohnblume
(Foto: Gabi Faulhaber)

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Reden

Rede zum Antrag: Sozialplanung braucht Stellen

Verbandsversammlung 21. Juni 2019

Herr Präsident,
Meine Damen und Herren,

Was genau Sozialraumorientierung ist oder gar Sozialraumgestaltung ist wissenschaftlich nicht scharf definiert. Je nach den verfolgten Zielen, herrschen unterschiedliche Vorstellungen: Eine ist: Man kann sich am bestehenden Sozialraum vor Ort orientieren und ihn für die Arbeit nutzen, bevor man eigene Anstrengungen zur Gestaltung des Sozialraums unternimmt. Das hat zum Beispiel gfa Public vorgeschlagen in der Voruntersuchung „Projekt Gesamtsteuerung – Teilhabe“. Oder man kann Standards für Sozialräume vorgeschlagen, die zum Beispiel eine Mindestvorstellung für gesellschaftliche Teilhabe formulieren.
Uns ist klar – nur weil das im Ausschuss ein Thema war – dass der LWV Kommunen oder dem Land nicht vorschreiben kann, wie sie Sozialraumplanung machen sollen.
Aber der LWV kann wohl eigene Ziele ausarbeiten.
Der LWV kann gemeinsam mit Menschen mit Behinderung solche Ziele formulieren.
Er kann solche Ziele formulieren und die Debatte um geeignete Sozialräume, die Menschen mit Behinderung gesellschaftliche Teilhabe ermögllichen, inhaltlich beeinflussen.

Wir sehen hier noch nicht, dass ein wirklich fortschrittlicher Weg beschritten wird.
Der Vorschlag von gfa public hat eher Spar-Aspekte als Ziel:
Zuerst sollen die Menschen mit Behinderung alle vorhandenen Angebote vor Ort ausschöpfen, ehe der LWV tätig wird.
Das sehen wir nicht als Ziel, meine Damen und Herren!

 Schauen sie mal, wie groß die Unterschiede zwischen städtisch orientierten Ballungsräumen und ländlichen Regionen sind!
In den Städten gibt es vielfältige Intiativen und Angebote. Auf dem Land ist das eher schwach. Zumal dort noch das Problem mit der Mobilität dazukommt!
Weiterhin sehen wir die Notwendigkeit, über das Verhältnis von individueller Personenzentrierung und sozialer Integration zu sprechen.
Sozialräume, soziale Intiitativen und Einrichtungen, sind unserer Meinung nach sehr wichtig für gelingende Teilhabe.
Teilhabe kann nicht sein, dass ein Mensch mit Behinderung als einzigen Sozialkontakt seine persönliche Assistenz hat oder eine Pflegeperson, weil viel zu wenig soziale Angebote vor Ort vorhanden sind.

Meine Damen und Herren!
Wir sehen als wichtigstes Ziel einer Sozialraumorientierung, dass Menschen mit Behinderung überall in Hessen Möglichkeiten zu gesellschaftlichen Teilhabe haben.
Niemand soll in die Stadt umziehen müssen, nur weil es vor Ort nichts gibt!
Deswegen haben wir diesen Antrag gestellt:
- dass sich der LWV selbst über seine Ziele für Sozialräume klar wird.
- dass vom LWV inhaltliche Anstöße für die Kommunen und das Land Hessen ausgehen, welche Anforderungen an einen integrierenden Sozialraum gestellt werden müssen.
Wir bitten um Zustimmung für unseren Antrag!

 

Wir trauern:

... um unseren Fraktionsvoritzenden
Wolfgang Schrank

250 Wolfgang Schrank 

Der überraschende Tod unseres Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Schrank macht uns sehr traurig. Seine Kompetenz, sein Optimismus und sein Einsatz für soziale Gerechtigkeit motivierte uns in unserer Arbeit im Landeswohlfahrtsverband. Wolfgang Schrank wird uns sehr fehlen!

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